Nanne Meyer Buch XXIII 2011
(Textauswahl)
Zitate und vorgefundene Texte bzw. Worte (collagiertes), die nicht von Nanne Meyer sind, sind in Anführungszeichen gesetzt.
„........das Bekannte ins Unbekannte verlängern.........“ Hannah Arendt
„Firmenphilosophie“
Schaf im Schafspelz mit 4 frierenden Philosophen und allegorischen Begeleitern
„Ameisen brauchen keine Religion“
„Wo sind wir bloß hingeraten? Wir besuchen ein Land, dessen Platz auf der Weltkarte völlig unbestimmt ist. Die Sprache, die hier gesprochen wird, bleibt völlig unbegreiflich – wir wissen nicht einmal, wovon man spricht. Wir führen Handlungen aus, deren genaue Bedeutung für uns selbst rätselhaft bleibt. Und wir verlassen den Ort ebenso unwissend, wie wir gekommen sind.“
(Lars Gustaffson)
Krümmung der Welt
Küstenlinien des Bewußtseins
Verpackungspoesie
Conditio Humana Müssen Wollen Können
Der Umriss des Lebens
Aus der Vorstellung herausgefaltetes Gegenüber Das – kaum ist es da –
sich schon wieder von mir wegfaltet
Nicht Wissen Wissen
Was sollte man in Ruhe
Und was in Unruhe lassen?
„Der Schnee ist gar kein Schnee
Wenn er mitten im Juni fällt“ (Inger Christensen)
Hamburg: Ein Meyer kommt selten allein
Berlin: Ein Künstler kommt selten allein (Massenprodukt in der Engelordnung)
Perfection – Perfektion
Imperfection – keine Perfektion auf deutsch gibt es kein Substantiv für etwas, das nicht perfekt ist. (Möglichkeit ist Wirklichkeit)
Das Meiste was es gibt weiß ich nicht
Das Meiste was passiert, passiert ohne mich
Apparatur für noch unbekannte Vorhaben
Vorrichtung für die Kommunikation des Unverständlichen
Sehen
Singen
„Allgemeine Jupiterstörungen“ (Meteoritengeschawader)
„Selbstreferenz ist eine äußerst problematische Relation.
Sie führt normalerweise zu Paradoxa“(Lars Gustaffson)
Ideen kommen uns aus dem Nichts.
Aber das ist nur scheinbar. Sie sind das überraschende Zusammentreffen abgelegter Bruchstücke in unserem Gedächtnis, die ein uns nicht bekannter Regisseur aus ihrem Dämmerzustand aufgestöbert hat.
weiss Papier Anfang Milch Hochzeit Möglichkeit Unendlichkeit Projektionsfläche Tag Schaf Null Vorstellungsraum Federbett Friede noch nicht hell Eiweiss Licht Wäsche Stille Offenheit Augapfel Leichtigkeit Reinheit nichts Makellosigkeit Unschuld Leere Möwe Taube Schnee Klarheit
schwarz Ende Graphit Kohle Universum Unendlichkeit Höhle Schweigen Nacht Abgrund Trauer Tiefe Loch dunkel Finsternis Schwere Geheimnis Undurchdringlichkeit weiss nicht Tod nicht mehr Ursprung Rabe Schaf Versteck Weltall Schatten
„Wenn A sich selbst träumt, ist A nicht wirklich, sondern geträumt. Aber wie kann A sich dann träumen?
Kann jemand von jemandem geträumt werden, der nicht wirklich ist?“ (Lars Gustaffson)
Die durch Kunst verkehrt und in die Höh gesetzte Erden
Jetzt durch Müll vermehrt, was soll nur daraus werden?
Verwildertes Wanken
Auf dem Foto (links) sieht man Menschen, die vor ca. 60 Jahren zufällig und ahnungslos einem Fotografen ins Bild spaziert sind, das dann als Ansichtskarte von einem Englischen Kurpark in Umlauf gebracht wurde. Diese Menschen haben wahrscheinlich nie erfahren, dass sie auf diesem Foto sind, noch wissen sie heute, dass sie jemals gelebt haben. Aber sie waren da, haben Schatten geworfen, waren im Park, auf der Erde, gehalten in einem Universum von dem niemand ganz weiß, was es ist.
Wäsche
Winter
Versuchsanordnung für einen Einfall, den noch niemand hatte
Galerie für Ahnungen und noch nicht gemachte Kunstwerke
Lebenszeit - Indikator am Beispiel Können:
Kann ich schon kann ich bald kann ich jetzt kann ich noch kann ich nicht mehr.
modern modern
Ein Hingezogensein zu Nichtigkeiten, die Linien sind
Linien als Verlängerungen von Fragen, die zu beantworten eine Frage bleibt.
weiss ist nicht weiss
weiss ist eine Form von Wirklichkeit die wirkt, bevor das Denken beginnt. Daraus folgt: „weiss ist eine andere Form von schwarz“ (Ludwig Wittgenstein) Was bedeutet dann schwarz sehen?
Frau in schwarz
Bildnis einer Dame mit Rückenwind
Vergegenwärtigen
Vergessen
Erinnerung an die sogenannten Verdammten vom Bamberger Dom mit ihrem zu Stein gewordenen, rätselhaften Grinsen
versetzt in ein Foto aus einem Fotofixautomaten der 60er Jahre
Portait of the artist as a young girl
Fast
Aber doch nicht
Verborgene Empfänger
Liebes Bißchen (wird immer geduzt)
Der leere Raum im Zentrum des Japanischen Shinto-Tempels heisst Shiroi = weiss. Dieser Raum bedeutet nichts. Seine Leere stellt Möglichkeiten bereit, damit sich darin – vielleicht – etwas, zB. Wünsche, Gottheiten, Gedanken....... einstellen und aufhalten können
Ein Blatt Papier ist ein leerer, weisser Raum. Dieser Raum bedeutet nichts. Seine Leere stellt Möglichkeiten bereit damit sich – vielleicht – etwas einstellt, was noch nicht da ist.
Was stimmt hier: Gefängnis für einen Raubvogel – Wachsames Gefäss – Kunst – Rabenmutter
nicht?
peepbox Überwachungsmobiliar – Punkt und Linie zur Fläche – Container für Obdachlose
Das weisse Rauschen..........ist eine ins Grau gesteigerte, unermeßliche Ansammlung von Daten, die Geheimnisträger sind, die immer sind, die, ungeschützt herumwirbelnd, jederzeit geknackt, geklaut, verwertet werden können (gefällt mir)
Wie privat ist Öffentlichkeit? Ist ein Zimmer ohne Wände immer noch ein Zimmer? (ja)
1 Gefäß im Kopf
2 Gefäß im Bauch
Erwartung Hoffnung Möglichkeit
Enttäuschung Scheitern Wirklichkeit
Wenn es irgendwann schwarz schneit
hat das Weissagen eine negative Projektionsfläche
„Erst schweift der Geist ab, dann macht der Mensch Fehler. Geist, wo bist Du?
„stimulus-independent and task-unrelated thought“, zu deutsch: Tagträumerei. Unser Geist ist ein Drittel bis die Hälfte unserer wachen Stunden nicht bei der Sache: „Meta-awareness. Perceptual decoupling and wandering mind.“ (Zeitungstext)
„Es sind vorgesehen: 1. Lehrgang für Frauen, Anfängerinnen und Fortgeschrittene“
Ode an die Griechen:
Durchatmen
Eucalyptos
Calyptos
Eurocalyptos
Euroelypse
Epilepsyste
Apocalyptos
Apocalypse
Apocalypse
Leerpapier Nicht Verständliches Rettungsschirm mit Hebel Sollbruchstelle Wachstumsbeschleunigungsanlage Unterdrussventil verborgener Empfänger Enthüllungsplattform Unerklärliches Wertschöpfungskette
„Das Thema muß weg“
Eskommtimmerandersalsmandenkt.de
Allegorie des Daseins: Etwas es nicht wissen Zeichen Unglaube nichts Rettung Wunder will mit (der Neid) Baum der Erkenntnis Berg der Unwissenheit Widersacher Dampf Wille der Fix und Fertige Verflüchtigung das Unfertige Tal der Erkenntnis Blume des Pustens
„Eine Linie ist kein Strich, sondern die kürzeste Verbindung zwischen Verstand und Anschauung“
Wo ist etwas, das noch nicht da ist?
„Der Sinn verdeckt, was ihm vorausgeht“ (Michel Serres)
„Plüsch als Staubfänger. Geheimnis des in der Sonne spielenden Staubes. Der Staub und die gute Stube. Staub und erstickte Perspektive.“ (Walter Benjamin)
White cube
Black holes
Verstecktes Glück
Warum gibt es Gott?
Weil man das Undenkbare nicht denken kann.
Die Menschheit befindet sich im Außengehege immer
Schwindligkeitsvorrichtungen und Drehgeräte
WirbrauchenkeinenHermelin.de
Das Das-ein als Schichtung von Gewesenem
Gibt es Kunst, die nicht politisch ist?
Aus der Reihe: Wundersamer Alltag – Eine Kurzinterpretation: Während ein Stecker zur Dose strebt, geschieht in Leserichtung folgendes: Ein sonderlicher Gegenstand – es könnte sich um ein elektrisches Heizöfchen aus den 60iger Jahren handeln – entwickelt ohne ersichtlichen Grund Linien und beginnt zu zeichnen, während ein riesiges Thermometer, das vier Blättchen treibt, sich schwerelos schwebend anschickt Kurs auf einen Tische zu nehmen, der ungefähr die gleiche Länge wie das Thermometer aufweist. Das Tischbein, das auf dem vom Fernseher ausgehneden Stromkabel steht, schlägt zwei Funken, obwohl das Kabel durchtrennt und außerdem nicht angeschlossen isr. Auf dem Fernseher, der mindestens doppelt so groß wie der Tisch ist, tummeln sich in lockerer Anordnung: Eine brennende Kerze im Kerzenhalter, ein Töpfchen mit Blumen und eine umgefallene Blumenvase. Es sieht so aus, als habe eine riesige Sicherheitsnadel die Kerze provoziert und zum Brennen gebracht – sie ist dabei zwei Tröpfchen Löschwasser zur Verfügung zu stellen. Der Untersatz des Blumentopf scheint wie die Kerze aus Wachs zu bestehen, das zu schmelzen begonnen hat, man sieht bereits zwei Tropfen über den Bildschirm rinnen. Rechts davon befindet sich in gebührendem Diskretionsabstand eine Wolke, die einen Monitor auf einem instabilen Bücherregal beherbergt, was den Schluß zulässt, dass es sich bei dem oben beschriebenen Vorgang um Cloudcomputing handelt, verbunden mit der Aufforderung, in Zukunft das i-pad zu benutzen.
Kurator In die wie? du um Wichtigkeitsverzeichnis Reste der Welt Künstler
Guter Wille Sendehalsband mit Würgefunktion Sendefrequenz Störfaktor Arbeitsspeicher Fluchtbewegung Unsicherheitskapazität Unentrinnbarkeitsquotient
Japanische Kirschblüten – Sakura – Sinnbild für Schönheit, Vergänglichkeit und Flüchtigkeit.
Ein Augenblick in Japan, durch die Augen meiner Großmutter gesehen, fotografiert und auf eine Glasplatte belichtet, von der Zeit nachbearbeitet, nach 100 Jahren digitalisiert und neu ans Licht gebracht.
Marmor für die Ewigkeit Gemalter Marmor in Kirchen und fürstlichen Korridoren: List und Täuschung für die Gegenwart. Gemalter Marmor gezeichnet und zu Papier gebracht ist gleichsam doppelte Übersetzung und somit halbe Täuschung.
Kleines Riesenrad
Ende